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 Komplexe Konfigurationen und IRQ-Informationen für AMD Prozessoren

Je komplexer und/oder ausgereifter die Computerkonfiguration ausfällt, desto schwieriger erweisen sich mitunter Konfiguration und Betrieb. Dieses Problem ist häufig auf IRQ-Konflikte zurückzuführen. IRQs (Interrupt ReQuests, Unterbrechungsanforderungen) sind eindeutige Signale, die eine Kommunikation der Karten oder Komponenten mit dem System ermöglichen. Viele der derzeit genutzten Zusatzkarten sind nach wie vor auf eine ihnen vorbehaltene IRQ angewiesen. Vor 15 Jahren, als die Architektur für den IBM PC-AT mit 16-Bit-Bus erstmals definiert wurde, wurde angenommen, dass die Zahl von insgesamt 15 nutzbaren IRQs für die Anforderungen eines Systems ausreichen würde. Es ist fraglich, ob sich zur damaligen Zeit jemand hat vorstellen können, wie komplex heutige Systeme sind. (Um sich umfassend über IRQs und ihre Bedeutung zu informieren, lesen Sie bitte gegen Ende dieses Abschnitts die Erläuterung mit der Überschrift „Was ist eine IRQ?“.)

Empfehlung: Verwendung aktueller Karten und Einhaltung der richtigen Installationsreihenfolge

In den meisten Fällen lassen sich Schwierigkeiten bei der Systemkonfiguration vermeiden, indem aktuelle Karten (PCI), die IRQ-Sharing zulassen, genutzt werden. Die Einhaltung der richtigen Abfolge bei der Karteninstallation kann ebenfalls hilfreich sein. Eine Änderung der Installationsreihenfolge hilft häufig, da viele dieser Karten nur eine vordefinierte Auswahl von (kartenspezifischen) IRQ-Werten verwenden können. Durch Einhaltung der richtigen Reihenfolge ist das System häufig in der Lage, die Karten so zu installieren, dass die entsprechende IRQ für die nächste Karte verfügbar bleibt und so potenzielle IRQ-Konflikte ausgeschlossen werden, wenn zwei Motherboards versuchen, eine IRQ zu nutzen.

Bei Folgendem handelt es sich um die Reihenfolge, die laut unserem Testlabor für die nachstehend aufgeführten Systemkonfigurationsbeispiele geeignet ist. (Diese Reihenfolge hängt stark vom Motherboard bzw. der BIOS-Version ab.)

Installationsreihenfolge für Komponenten von Drittanbietern

Für BCM- und Microstar-Motherboards mit Award BIOS W6167MS v1.1b9 082299 5:0052

Microstar-Motherboard

​BCM-Motherboard
​Ein (1) AGP-Steckplatz​Ein (1) AGP-Steckplatz
​Sechs (6) nutzbare Kartensteckplätze, bestehend aus:​Sechs (6) nutzbare Kartensteckplätze, bestehend aus:
​Fünf (5) PCI-Steckplätzen (einer geteilt)​Vier (4) PCI-Steckplätzen (einer geteilt)
​Zwei (2) ISA-Steckplätzen (einer geteilt)​Drei (3) ISA-Steckplätzen (einer geteilt)

 

CMOS/PnP-Anforderungen

Das PnP-Betriebssystem ist „AKTIVIERT“ für Windows® 95 und Windows 98.
Das PnP-Betriebssystem ist „DEAKTIVIERT“ für Windows NT®.

Erster Systemstart

Das Betriebssystem (Windows 95/98 oder Windows NT) sollte mit auf dem Motherboard eingebauter Grafikkarte geladen werden. (AMD empfiehlt die Verwendung einer AGP-Grafikkarte.) Sie sollten Ihr System nur mit der Grafikkarte (normalerweise AGP, aber auch PCI möglich), RAM und den Speicherlaufwerken (FD, HD, ATAPI CD-ROM oder DVD) konfigurieren, um für einen möglichst reibungslosen Start mit geringerem Potenzial für Systemkonflikte zu sorgen. (Bei Einsatz von SCSI-Laufwerken muss die PCI-SCSI-Karte ebenfalls installiert werden.)

Hinweis: Wenn neben der Grafikkarte mehrere nicht wesentliche Karten (Geräte) im ersten Ladevorgang des Betriebssystems eingeschlossen sind, ist die Wahrscheinlichkeit für Systemkonflikte höher.

Installation zusätzlicher Komponenten nach dem Systemstart

Nach der Konfiguration des Basissystems (und nach dem erfolgreichen Laden des Betriebssystems) sollten Sie die zusätzlichen Komponenten in der unten angegebenen Reihenfolge einzeln hinzufügen. Hierzu ist es erforderlich, jede Karte ordnungsgemäß zu installieren, das BIOS zu konfigurieren und den Computer bei jeder Installation einer neuen Karte erneut zu starten.

Nach dem Einbau aller Komponenten in Ihren Computer wird empfohlen, sich die auf dem Begrüßungsbildschirm angezeigte IRQ-Einstellung zu notieren. (Der Begrüßungsbildschirm wird beim Start Ihres Systems kurzzeitig angezeigt.) Um diesen Bildschirm zwecks einfachen Ablesens einzufrieren, drücken Sie die Taste „Pause/Untbr“ (oben auf Ihrer Tastatur), sobald der Bildschirm mit der IRQ-Nutzung angezeigt wird.

Hinweis: Möglicherweise ist mehr als ein Versuch erforderlich, um die Taste genau im richtigen Moment zu drücken. Sie können auch die IRQ-Einstellungen in der Windows 95/98-Systemsteuerung unter „System“ > „Geräte-Manager“ überprüfen. Zeichnen Sie immer die IRQ-Einstellungen und die ihnen zugewiesenen Geräte auf, wenn Sie neue Geräte oder Komponenten, die einer IRQ-Adresse bedürfen, installieren. Diese Informationen können bei der Behebung eines Systemkonflikts oder -absturzes als Folge eines IRQ-Konflikts hilfreich sein.

Nach jeder erfolgreichen Installation einer Komponente aus dieser Liste müssen Sie vor der Installation der nächsten Komponente das System beenden sowie herunterfahren und es vom Stromnetz trennen.

Hinweis: Wenn Sie keines der unten aufgeführten Geräte nutzen möchten, gehen Sie einfach zum nächsten Gerät in der Installationsreihenfolge vor. Normalerweise sind ISA-basierte Komponenten weniger flexibel; wenn Sie eine ISA-basierte Komponente verwenden müssen, sollten Sie diese daher ggf. zuerst installieren. Bei der nachstehenden Reihenfolge handelt es sich lediglich um eine vorgeschlagene Richtlinie.

Empfohlene Ladereihenfolge für zusätzliche Karten

  1. Internes Modem (PCI)
  2. Soundkarte (PCI oder ISA)
  3. Netzwerkkarte, auch bekannt als Netzwerkschnittstellenkarte oder NIC (PCI oder ISA)
  4. DVD-Geräte, die ein Dxr3-Decoder-Board (PCI) benötigen. Hinweis: Für manche Video-Decoder-Boards sind zwecks vollständiger Funktionsfähigkeit zwei (2) IRQs erforderlich. Wenden Sie sich an den Hersteller Ihrer Video-Decoder-Karte, um Informationen zu Video-Decoder-Unterstützung und -Anforderungen zu erhalten.
  5. SCSI-Adapter (PCI) (unter der Voraussetzung, dass das System über keine SCSI-Festplatte verfügt)
  6. Sonstige

 

Besondere Hinweise zur Installation

Externes Modem: Kann jederzeit nach einer erfolgreichen Installation des Betriebssystems installiert werden. Hierzu zählen normale v.90-Modems und ISDN-Modems.

Diamond Monster 3D Voodoo I- oder Voodoo II-Karten: Da diese Karten keine IRQ-Adresse benötigen, wird empfohlen, sie nach einer erfolgreichen Installation des Betriebssystems zu installieren. Ein PCI-Steckplatz ist für sie nicht erforderlich.

Andere Komponentenkarten von Drittherstellern: Eine Reihe anderer Hersteller von Komponentenkarten benötigt ggf. eine IRQ. Setzen Sie sich mit dem Hersteller Ihres Produkts in Verbindung, um die genauen Installationsanforderungen zu erfahren, bevor Sie versuchen, die Karte in Ihr Computersystem einzubauen. Es wird empfohlen, diese Komponentenkarten nach dem Einbau aller anderen primären Karten zu installieren, sofern ungenutzte IRQ-Adressen verfügbar sind.

Bei der Installation des nächsten Geräts in Ihren Computer tritt möglicherweise ein Systemkonflikt auf. Sie müssen die Installationsreihenfolge für verschiedene Komponenten ändern (d. h. Gerät an erster Stelle, zweiter Stelle, dritter Stelle usw.).

IRQ-Konflikte während Installation und Konfiguration

Ein System mit einer unbegrenzten Anzahl von Steckplätzen und IRQ-Adressen wäre ideal. Leider führt das Design der vor vielen Jahren entwickelten PC-Systeme zu den heutigen Einschränkungen.

Als die grundlegenden Designkonzepte der PC-Architektur festgelegt wurden, stand eine bestimmte Anzahl zulässiger Steckplätze und eine begrenzte Anzahl von IRQs zur Verfügung. Angesichts der begrenzten Anzahl von IRQs in den heutigen Systemen sind Sie bei Verwendung veralteter Karten ohne IRQ-Sharing-Funktion u. U. nicht in der Lage, alle gewünschten Geräte mithilfe PCI-basierter Komponenten ohne einen Systemkonflikt zu installieren. Sie sollten die Verwendung ISA-basierter Komponenten sowie eines externen Modems in Erwägung ziehen, um die Nutzung zugewiesener IRQs für Karten oder Komponenten, die eine dedizierte IRQ benötigen, zu optimieren.

Sie sollten sorgfältige Untersuchungen anstellen und den Typ der Geräte wählen, für die eine dedizierte IRQ bei Ihrem System erforderlich ist. Je mehr Geräte installiert werden sollen, desto schwieriger ist das Aufspüren einer vorhandenen, vom Gerät nutzbaren IRQ. Diese Herausforderung wird noch größer, wenn Geräte zwei IRQ-Adressen benötigen (bestimmte Soundkarten, DVD-Geräte usw.).

Taktische Maßnahmen zur Überwindung von IRQ-Konflikten

Obwohl das oben genannte Verfahren in der Umgebung eines Testlabors funktioniert hat, müssen Sie ggf. das ein oder andere ausprobieren, um die beste Reihenfolge und Methode zur Einrichtung Ihrer Geräte für einen ordnungsgemäßen Computerbetrieb zu bestimmen. Überprüfen Sie die Unterlagen des Herstellers für jede verwendete Komponente und führen Sie die mit jeder Komponente kompatiblen IRQs auf. Listen Sie alle IRQs auf und bestimmen Sie den Pfad, die den Geräten eine Nutzung der verfügbaren IRQs ermöglicht. Zum Installieren aller gewünschten Geräte müssen Sie für eine ordnungsgemäße Konfiguration möglicherweise eines Ihrer Geräte durch einen anderen Typ ersetzen (d. h. Wechsel von einer PCI-Soundkarte zu einer ISA-Soundkarte oder umgekehrt). Setzen Sie sich mit dem Hersteller in Verbindung, um festzustellen, ob eine aktualisierte Version der Karte erhältlich ist. Mitunter wird das Problem durch eine neuere Version oder eine andere Marke der Komponente gelöst. Systeme können nicht ordnungsgemäß funktionieren, wenn die Anzahl der installierten Karten und/oder Geräte eine höhere Anzahl von IRQs erfordern, als im Computersystem verfügbar ist.

Was ist eine IRQ?

Eine IRQ lässt sich am einfachsten erklären, indem sie als eindeutige Kennung aufgefasst wird. Der IRQ-Prozess ist mit einer Auktion vergleichbar. Die CPU ist der Auktionator und die Peripheriegeräte sind die Bieter. Jeder Bieter hat ein Bieterzeichen bzw. Bieterschild, um die Aufmerksamkeit des Auktionators auf sich zu ziehen. Wenn mehr als ein Bieter über dasselbe Bieterzeichen verfügt, herrscht Chaos. Für fast alle primären Komponenten wie Grafik, Sound, Modem usw. ist mindestens eine IRQ erforderlich, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Karten oder um auf der Systemplatine integrierte Komponenten handelt. Viele ältere Geräte benötigen eine eigene IRQ (eindeutiges Zeichen) in Bezug auf alle anderen Geräte. Neuere Karten können IRQs nicht selten untereinander teilen, ältere Karten können dies normalerweise nicht, da sie die IRQ als ihre eigene behandeln. Wenn zwei dieser älteren Geräte versuchen, dieselbe IRQ zu nutzen, funktioniert eines oder mehrere der Geräte nicht ordnungsgemäß. Dies wird als IRQ-Konflikt bezeichnet. Solche Konflikte können zu mangelhafter Leistung, System-Lockups und Abstürzen führen.

Die meisten neueren Komponenten sind jedoch fähig zum IRQ-Sharing. IRQ-Sharing ist eine moderne Methode, um einem System mehrere Karten hinzuzufügen. Bestimmte Komponenten (z. B. Videokarten) sind nicht fähig zum IRQ-Sharing. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die IRQ der Videokarte in der Regel auf den Wert 10, 11 oder 12 lautet, sie also für eine geringe Priorität steht und daher aufgrund von Anforderungen höherer Priorität verzögert werden (oder verloren gehen) kann. Hierdurch entstehen u. U. ungewünschte visuelle Effekte. Karten, die dem PCI Plug-n-Play-Standard vollständig entsprechen, lassen IRQ-Sharing zu.

Typische IRQ-Zuweisungen

Es gibt 16 IRQs in einem Computersystem (15 davon sind nutzbar). Hier eine typische Zuweisung dieser IRQs:

IRQ 0 System – System-Taktgeber
IRQ 1 System – Tastatur
IRQ 2 System – Kaskadierbarer PIC (programmierbarer Interrupt-Controller), steuert IRQ 8-15
IRQ 3 System – Serieller Anschluss (COM2 und COM4)
IRQ 4 System – Serieller Anschluss (COM1 und COM3)
IRQ 5 Frei – Allgemeine Adapterverwendung
IRQ 6 System – Disketten-Controller
IRQ 7 System – Drucker 1
IRQ 8 System – CMOS-Echtzeituhr
IRQ 9 Frei – Allgemeine Adapterverwendung
IRQ 10 Frei – Allgemeine Adapterverwendung
IRQ 11 Frei – Allgemeine Adapterverwendung
IRQ 12 System – Mausanschluss
IRQ 13 System – Mathematischer Coprozessor (obwohl in CPU integriert, wird dennoch eine IRQ genutzt)
IRQ 14 System – Festplatten-Controller
IRQ 15 Frei – Allgemeine Adapterverwendung

Wie Sie sehen, sind fünf (5) IRQs laut Systemdesign nicht zugewiesen. Davon entfällt in der Regel eine IRQ auf die Grafikkarte, eine auf die USB-Anschlüsse und eine auf das Modem. Damit bleiben zwei (2) IRQs verfügbar für alle anderen Komponenten. Bei Sorgfalt (und Verwendung der richtigen Karte) ist dies normalerweise ausreichend.

AMD gewährt keine Zusicherungen oder Garantien in Bezug auf die in diesem Webdokument enthaltenen Informationen über Produkte anderer Unternehmen und lehnt jede stillschweigende Garantie der Marktfähigkeit, Eignung für einen bestimmten Zweck, Nichtverletzung von Rechten oder Garantien aus Geschäftsverlauf oder Handelsbrauch für diese Information ab. Das Vorhandensein solcher Informationen stellt darüber hinaus keine Empfehlung oder Zertifizierung des Produkts durch AMD dar.

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Fußnoten